Performance Autor: Verena 2.08.2019
Im April 2018, genau am 24. April dieses Jahres, wurde Google ein neues Patent zugesprochen. Darauf basiert ein neuer PageRank-Algorithmus, der das Ziel verfolgt, Manipulationen zu erschweren. Im Kern geht es um die Definition besonders vertrauenswĂŒrdiger Webseiten. Im Hintergrund werden Berechnungen angestellt, die eine Linkdistanz zu derartigen âSeed Pagesâ herstellen und den Stellenwert der untersuchten Webseite darauf zurĂŒckfĂŒhren.
Ein Ă€hnliches Vorgehen wurde bereits im Jahre 2006 durch Yahoo vorgestellt, der Titel der Arbeit lautete âCombating Web Spam with TrustRankâ.
Wir kennen diese Art Vorgehen auch vom Hilltop-Algorithmus, in welchem Experten- oder AutoritĂ€tsseiten fĂŒr ausgewĂ€hlte Keywords mittels besonderer Verweise benannt werden. Der neue PageRank-Algorithmus verfolgt einen Ă€hnlichen Ansatz, basierend auf ausgewĂ€hlten Seed Pages, die zumindest einen Link zu anderen Angeboten im Internet aufweisen. Alle anderen Seiten sind ânormaleâ Seiten, die Linkdistanz gibt dann einen Aufschluss darĂŒber, wie stark gewichtet wird â je gröĂer die Linkdistanz, desto geringer die Gewichtung.
Dem Patent ist zu entnehmen, dass die Anzahl sogenannter Seed Pages möglichst groĂ ausfallen soll, um verschiedene Sprachen und Themen im Internet breit abzudecken. Gleichzeitig wĂŒrde dies Einfluss nehmen auf die Rechenleistung, sodass es in der Praxis sehr wohl eine âlogischeâ Begrenzung der Seed Pages gibt.
Der neue PageRank-Algorithmus setzt das bisher etablierte System fort, indem Seiten mit einem hohen PageRank beim Crawlen mit PrioritÀt behandelt werden. Vor Aufnahme in den Index findet eine Komprimierung der gecrawlten Seite statt, erst dann wird ein Ranking vorgenommen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der PageRank unabhÀngig von tatsÀchlichen Suchanfragen berechnet wird.
Im Zeitpunkt einer Suchanfrage findet dann eine Einordnung entsprechend des Rankings auf der Ergebnisseite statt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der neue PageRank-Algorithmus effektiv dabei hilft, Manipulationen im Link Building zu verhindern. Gleichzeitig steigt der Wert solcher Seiten, die offiziell anerkannt sind. Die Vermutung legt nahe, dass vor allem Seiten öffentlicher Institutionen, VerbÀnde und Bildungseinrichtungen als Seed Pages eingestuft werden.
Ob und inwiefern ein Einsatz derzeit schon stattfindet, ist nicht klar â aufgrund der doch schon seit LĂ€ngerem bestehenden Grundidee ist jedoch davon auszugehen, dass zumindest ein Teil in der Praxis Verwendung findet.